Das Leipziger Musikviertel | Lage und Entwicklung


Das Musikviertel entstand in seinen derzeitigen Abgrenzungen Ende des 19. Jahrhunderts. Das Gebiet schließt sich unmittelbar südwestlich an das Stadtzentrum mit dem Promenadenring an. Im Osten wird es durch den Floßplatz begrenzt, einem ehemaligen Umschlagplatz für Holz, das auf der Pleiße bis Leipzig geflößt wurde. Die nördlich und westlich angrenzenden Parkanlagen einschließlich der südwestlich gelegenen Pferderennbahn sind ein beliebtes innerstädtisches Erholungsgebiet.

Luftbild des Musikviertels von 2003

Das Luftbild von 2003 zeigt einen Teil des Musikviertels aus südwestlicher Richtung. In der Bildmitte das Zentrum mit ehemaligem Reichsgericht, »Bibliotheca Albertina« und den Hochschuleinrichtungen. Im Hintergrund das Neue Rathaus und die City.

(Foto: © Bertram Kober / Punctum Fotografie GmbH)


Um 1880 erwarb die Stadt Leipzig das sogenannte »Schimmelsche Gut«, ein häufig besuchtes Ausflugsziel der Leipziger. Hier entstand auf dem südlich gelegenen Teil des ehemaligen Gutsbesitzes nach 1885 - zwischen der heutigen Dufourstraße und der Karl-Tauchnitz-Straße - das Musikviertel.

Umfangreiche Aufschüttungsarbeiten, beginnend an der Beethoven- und Grassistraße, bereiteten die bauliche Erschließung und Parzellierung des Geländes vor. Diese Arbeiten erfolgten in Fortführung der Flussregulierungsmaßnahmen im Überschwemmungsgebiet der Luppe, Pleiße und Elster, welche bis 1880 abgeschlossen waren.

Seinen Namen erhielt das Stadtviertel von dem 1882 bis 1884 erbauten »Neuen Conzerthaus« (Neues Gewandhaus) und dem 1885 bis 1887 errichteten Konservatorium für Musik (heute Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy«). Diese dominanten Bauwerke trugen auch dazu bei, dass eine Anzahl der in einem Schachbrettmuster angelegten Straßen nach bedeutenden Musikern des 18. und 19. Jahrhunderts benannt wurden. Eine Reihe von Straßen tragen die Namen verdienstvoller Industrieller, Bankiers und wohltätiger Stifter der Gründerzeit, die der Stadt ihr Vermögen oder den Grundbesitz vermacht hatten.

Weitere repräsentative öffentliche Gebäude folgten mit der Kunstgewerbeschule (1887-1890); heute Hochschule für Grafik und Buchkunst, der Universitätsbibliothek (1888-1891) und dem Reichsgericht (1888-1895). Diesem Rahmen sowie der exklusiven zentrumsnahen Wohnlage im Randgebiet des um 1860 von Peter Joseph Lenné angelegten Johannaparkes und des nach 1897 angelegten König-Albert-Parks angemessen, entstanden ab Mitte der 1880er Jahre Privatbauten als mehrgeschossige Mietshäuser in geschlossener und offener Bebauung sowie prunkvolle, palastähnliche Villen in den Randbezirken.

Für die Bebauung des Areals bestanden detaillierte Vorschriften, welche vom Rat der Stadt im Mai 1885 erlassen wurden und u.a. Gebäudehöhe, Gebäudeabstände, Anzahl der Geschosse und Überbauungsgrad der Grundstücke in vorbildlicher Weise regelten. Auch die Genehmigung der Fassadenansicht blieb dem Rat der Stadt vorbehalten. So erhielt Leipzig mit dem Musikviertel einen städtebaulich besonders wertvollen, durch geschlossene Quartierstrukturen klar gegliederten Bereich, der als Ensemble heute unter Denkmalschutz steht.

An der Gestaltung dieses bürgerlichen Repräsentationsviertels der Gründerzeit waren namhafte Architekten jener Zeit wie Max Hasak, Martin Gropius, Heino Schmieden, Ludwig Hoffmann, Peter Dybwad, Max Pommer, Otto Brückwald, Arwed Rossbach und Hugo Licht beteiligt. Das ausgeprägte Selbstbewusstsein des Leipziger Bürgertums spiegelt sich in der Aufnahme von Stilformen der deutschen und italienischen Renaissance wider.
Obwohl das Musikviertel als vornehmes Leipziger Wohnviertel galt, das auch von Regierungs- und Reichsgerichtsbeamten, Fabrikbesitzern, Großkaufleuten, Universitätsprofessoren, Ärzten, bildenden Künstlern und Musikern als Wohnsitz bevorzugt wurde, fanden hier aber auch viele Studenten ihr vorübergehendes Zuhause.

Bei vier schweren Bombenangriffen im Dezember 1943, Februar 1944 sowie im Februar und April 1945 auf Leipzig wurden die Hälfte der Gebäude, darunter das Neue Gewandhaus, die Musikhochschule, die Universitätsbibliothek und das Reichsgericht von Bomben getroffen und zerstört bzw. stark beschädigt.
Der 1967 einsetzende Wiederaufbau des Musikviertels geschah ohne Rücksicht auf die Gestaltqualität und ohne Anpassung an die baulichen Proportionen der noch vorhandenden Bauwerke. 1968 erfolgte der Abriss der ursprünglich für den Wiederaufbau vorgesehenen, mit einem Notdach gesicherten und in den Umfassungsmauern noch vollständig erhaltenen Ruine des Neuen Gewandhauses. Unmaßstäblicher Neubau von 11- und 16-geschossigen Plattenbauten und der Abriss noch erhaltenswerter gründerzeitlicher Gebäude beeinträchtigen noch heute die gewachsenen baulichen Strukturen des Musikviertels.

Seit 1990 ist viel geschehen. Auf dem Gelände des 1968 abgerissenen Gewandhauses entstand das Geisteswissenschaftliche Zentrum der Universität, die Universitätsbibliothek erstrahlt in neuem Glanz, das Bundesverwaltungsgericht ist in das vollständig rekonstruierte Reichsgericht eingezogen, viele Gründerzeithäuser sind vorbildlich saniert worden, neue Gebäude sind entstanden. Und über die vielen Jahrzehnte hinweg ist das Musikviertel als Heimstatt von Musik, gelehrten Studien und der Justiz immer ein Viertel geblieben, in dem sich gut leben lässt.



1920 Plan von 1920 - Ausschnitt Plan von 1998 - Ausschnitt 1998
Straßen, Plätze und Anlagen im Musikviertel (alt und neu)
  • Karl-Tauchnitz-Straße
  • Wundt-Straße
  • Dufour-Straße
  • Harkort-Straße
  • Wächter-Straße
  • Schwägrichen-Straße
  • Ferdinand-Rhode-Straße
  • Grassi-Straße
  • Wilhelm-Seyfferth-Straße
  • Reichsgerichts-Platz
  • Lampe-Straße
  • Simson-Straße
  • Beethoven-Straße
  • Mozart-Straße
  • Albert-Straße
  • Haydn-Straße
  • Hohe-Straße
  • Floß-Platz
  • Robert-Schumann-Straße
  • Sidonien-Straße
  • Pestalozzi-Straße
  • Fritz-von-Harck-Anlage

Wen meinen die Straßennamen?

Carl Ferdinand Rhode
Carl Ferdinand Rhode (1802 Hamburg - 5.11.1872 Leipzig):

Kaufmann. Gründete 1867 die Stiftung für die Stadt Leipzig, in die er sein gesamtes Vermögen einbrachte (über 1,2 Millionen Goldmark). Stiftete unter anderem auch den Pensionsfond für das Konservatorium der Musik. Im Jahr 1883 wurde eine Straße im Musikviertel nach ihm benannt.


Wilhelm Theodor Seyfferth
Wilhelm Theodor Seyfferth (24.7.1807 Leipzig - 18.7.1881 Leipzig):

Inhaber des bedeutenden Leipziger Bank- und Speditionshauses Vetter & Co. nach dem Tod des Vaters mit nur 25 Jahren. Förderte die Projekte Friedrich Lists und wurde Mitbegründer der Leipzig-Dresdner Eisenbahn. Zeitweise Stadtrat und Stadtverordneter, seit 1878 Ehrenbürger der Stadt Leipzig. Erwarb südwestlich der Pleißenburg ein weites Wiesengelände, auf dem er 1861 einen Park im englischen Stil anlegen ließ, freigegeben für die Öffentlichkeit seit 1865. Zum Andenken an seine früh verstorbene Tochter wurde der Park »Johanna-Park« genannt und kam 1881 durch Vermächtnis in städtischen Besitz. Dort steht seit 1896 auch ein Denkmal Seyfferths geschaffen von Hugo Licht und Melchior zur Strassen. Das Wandgrabmahl der Familie wurde in Anlehnung an das Grab der Stuarts im Petersdom zu Rom geschaffen und stand ursprünglich auf dem Alten Johannisfriedhof. Heute findet man es an der Außenwand des Chores der Lutherkirche.


Albert Dufour-Féronce
Jean Mark Albert Dufour-Féronce (20.12.1798 Leipzig - 12.11.1861 London):

Bankier, Kaufmann und Inhaber des Handelshauses Dufour Gebr. & Co. (französische Seidenwaren) mit Sitz im Romanushaus (Katharinenstraße). Entstammte einem eingewanderten Hugenottengeschlecht. Zusammen mit Harkort, Lampe und Seyfferth betrieb er die Umsetzung der Pläne des Eisenbahnpioniers Friedrich List (1789-1846). Mitglied des Eisenbahnkomitees von 1834 und Mitbegründer der Leipzig-Dresdner Eisenbahnkompagnie 1835. Gehörte zum Direktorium der Aktiengesellschaft. Sein Name findet sich auch auf dem Eisenbahndenkmal am Schwanenteich an der Goethestraße. Stadtrat von 1840-1846.


Franz Dominic Grassi
Franz Dominic Grassi (7./11.5.1801 Leipzig - 14.11.1880 Leipzig):

Grassi stammt aus einer Kaufmannsfamilie aus Lucca, er reiste schon in seiner Jugend viel und bekam eine stete kaufmännische Ausbildung, 1829 wurde er Leipziger Bürger. Er gründete eine Handelsfirma für russische Produkte, Indigo und Südfrüchte, später verlegte er sich auf Spekulations- und Wechselgeschäfte. Mitte der 1850er Jahre zieht er sich ganz aus dem Geschäftsleben zurück. Zeitlebens Junggeselle, lebt er seit 1855 mit seiner verwitweten Schwester Pauline zusammen und gilt als Leipziger Original. Hinterlässt der Stadt sein gesamtes Vermögen von 2,3 Mill. Mark, das »auf Annehmlichkeiten und Verschönerungen der Stadt zu verwenden« sei. Von dem Geld wurden zahlreiche Bauvorhaben (z.B. das alte Grassimuseum, heute Stadtbibliothek) und das »Neue Concerthaus« (400.000 als zinsloses Darlehen), Parkanlagen und Denkmäler gefördert und realisiert. Sein Grabmal befand sich auf dem Alten Johannisfriedhof.


Karl Tauchnitz
Karl Christian Philipp Tauchnitz (4.3.1798 Leipzig - 16.4.1884 Leipzig):

Sohn des Gründers der Tauchnitzschen Buchhandlung, Buchdruckerei und Schriftgießerei. Buchdrucker und Verlagsbuchhändler. Hinterließ der Stadt sein gesamtes die Vermächtnisse übersteigendes Vermögen von 4,5 Mill. Mark zur Anlage einer Stiftung, die nicht seinen Namen tragen durfte (»Stiftung eines Menschenfreundes«). Er hatte dabei die Beschränkung hinterlassen, dass nichts davon spezifisch kirchlichen Zwecken, Luxusbauten und dem Theater dienen solle. Vielmehr wollte er besonders soziale Zwecke bedacht sehen.


Christian Friedrich Schwägrichen
Christian Friedrich Schwägrichen (16.9.1775 Leipzig - 2.5.1853 Leipzig):

Entstammt einer Leipziger Kaufmannsfamilie. Botaniker (Bryologe), Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften, seit 1802 Professor für Naturgeschichte, ab 1806 für Botanik. Besaß seit 1826 den sogenannten »Schwägrichens Garten«, von dem er für die Neuerrichtung des Botanischen Gartens der Universität einen beträchtlichen Teil stiftete. Gab postum das Standardwerk der Bryologie (Moosforschung) seines Lehrers Johannes Hedwig heraus, das inzwischen als CD-Rom vorliegt, eine Arbeit über die Systematik der Moose, der nomenklaturische Ausgangspunkt für gültige Gattungsnamen bei Laub- und Lebermoosen. 1852 trat er ganz aus dem öffentlichen Leben zurück und starb im Jahr darauf nach einem Treppensturz.


Martin Eduard von Simson
Martin Eduard von Simson (10.11.1810 Königsberg - 2.5.1899 Berlin):

1888 Geadelter Jurist und Politiker. War 1848/49 Präsident der Frankfurter Nationalversammlung, 1867-1870 Präsident des Norddeutschen Reichstages, 1871-1874 Präsident des Deutschen Reichstages und 1879-1891 Präsident des Reichsgerichts. Neben der Verleihung der Ehrenbürgerschaft 1883 erfolgte die Straßenbenennung anlässlich seines 50jährigen Dienstjubiläums am 22. Mai 1883. Zwischen 1935-1945 war es die Von-der-Pfordten-Straße. 1945 erfolgte die Wiederbenennung in Simsonstraße.


Carl Georg von Wächter
Carl Georg von Wächter (24.12.1797 Marbach am Neckar - 15.1.1880 Leipzig):

Kam über Tübingen und Lübeck 1852 als Professor für Strafrecht nach Leipzig, dem er bis zu seinem Tode verbunden blieb. Mehrfach Stadtverordneter, als fraktionsloser Abgeordneter für den Konstituierenden Reichstag des Norddeutschen Bundes (die Wahl in den ordentlichen Reichstag lehnte er wegen Überlastung ab), 1869 Ernennung zum Wirklichen Geheimen Rat, Ehrenbürger der Stadt Leipzig. Allseits berühmt waren seine Toaste voll Geist und Humor zu verschiedenen geselligen Anlässen.


Carl Lampe
Carl Lampe (10.7.1804 Leipzig - 15.12.1889 Leipzig):

Großkaufmann, Drogengroßhandel Lampe, Brückner & Co., Politiker, Unternehmer, Kunstmäzen, trug 1837 gemeinsam mit Gustav Harkort und Hermann Härtel entscheidend zur Gründung des Leipziger Kunstvereins bei; aufgewachsen im musischen Klima des elterlichen Kaufmannshauses, pflegte Kontakte zu Künstlern wie Peter von Cornelius, Ludwig Richter und Julius Schnorr von Carolsfeld; wirkte sozialreformerisch, als er in den 1840er Jahren Grundstücke im Osten Leipzigs erwarb und zugleich einen Entwurf zur Parzellierung dieses Gebietes vorlegte. Auf 78 Bauplätzen entstanden so Häuser mit je sechs Mietwohnungen. 1845 bekam diese Stadtgemeinde den Namen Neuschönefeld. Die neuangelegten Straßen benannte Lampe nach seinen vier Kindern: Georg, Heinrich, Clara und Friedrich. Für seine Verdienste um die kommunale Entwicklung seiner Heimatstadt wurde Lampe 1878 zum Ehrenbürger Leipzigs ernannt.


Gustav Harkort
Gustav Harkort (03.03.1795 Harkolem b. Hagen - 29.08.1865 Leipzig):

Bankier, Direktor des Leipziger Bankhauses ADCA und von 1835-1865 auch Vorsitzender des Direktoriums der Leipzig-Dresdner Eisenbahnkompagnie. 1834 Mitbegründer des Eisenbahnkomitees neben Lampe, Seyfferth und Dufour-Féronce. Für seine Verdienste um das Eisenbahnwesen wurde er 1864 Leipziger Ehrenbürger. Das Harkort-Denkmal steht heute auf dem Hauptbahnhof.


Wilhelm Wundt
Wilhelm Wundt (16.8.1832 Neckerau bei Mannheim - 31.8.1920 bei Leipzig):

Die Philosophische Fakultät der Leipziger Universität teilte 1875 den Lehrstuhl für Philosophie und besetzte ihn mit Max Heinze und Wilhelm Wundt. Vier Jahre später, 1879, gründete Wundt das erste psychologische Institut der Welt und gab damit dem »Grenzgebiet zwischen Philosophie und Physiologie« eine Heimstatt. Leipzig wurde dadurch zur ersten Adresse in der Psychologie. 1902 - zu Wundts 70. Geburtstag - verlieh ihm die Stadt die Ehrenbürgerwürde. 1909, zur 500-Jahr-Feier der Universität, hielt Wundt die Festrede. Im Alter von 85 Jahren, 1917, reichte Wundt, der inzwischen zu einem der berühmtesten Leipziger Gelehrten geworden war, sein Rücktrittsgesuch ein. Der Wirkliche Geheime Rat spazierte täglich (und immer zur selben Zeit) über den Schleußiger Weg zum König-Albert-Park. An seinem Ruheplatz wurde 1920 die »Wundt-Eiche« gepflanzt, die heute noch steht. Einmal in der Woche traf sich das »Professorenkränzchen«, erst im Theatercafé, später im »Café Hannes«. Zu diesem Kränzchen gehörten neben Wundt der Historiker Lamprecht, der Jurist Bülow, der Chemiker Ostwald und der Strafrichter Binding. Begraben auf dem Südfriedhof. Wohnte in der Schwägrichenstraße 17 (1903-1920).


Riemann
Karl Wilhelm Julius Hugo Riemann (18.07.1849 Großmehlra - 10.07.1919 Leipzig):

Universeller Musikforscher, Schöpfer des legendären Riemann-Musiklexikons. Schüler des Konservatoriums. Professor an der Leipziger Universität. Dort gründete er 1908 das Musikwissenschaftliche Institut. Ein Teilstück im Musikviertel zwischen Mozart- und Harkortstraße der heutigen Riemannstraße hieß bis 1947 Albertstraße. Benannt nach dem regierenden sächsischen König (1828-1902).


Fritz von Harck
Fritz von Harck (29.04.1855 Leipzig - 26.03.1917 Leipzig):

Entstammte einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie. Promovierter Kunsthistoriker, Kunstsammler, Mäzen und Stifter (»von Harcksches Vermächtnis«). Gründer und Vorsitzender des Vereins »Freunde des Kunstgewerbemuseums«. Vermachte dem Grassimuseum (Museum für Kunsthandwerk - s. Links) seine Sammlung von Kunstgegenständen wie Keramiken, Möbel, Bilder und Skulpturen der deutschen und italienischen Renaissance. Wohnte in der Karl-Tauchnitz-Str. 6 (Villa J. Harck). Auf einem Teil des ehemaligen Schwägrichens Garten entstand zwischen 1894 und 1900 die Schmuckanlage am Reichsgericht zwischen heutigem Simsonplatz und der Karl-Tauchnitz-Straße. 1917 wurde sie nach Fritz von Harck benannt. In die »Fritz-von-Harck-Anlage« wurde vor der Sprengung und dem Abriss der Gewandhausruine das zweite Mendelssohn-Denkmal 1967 notumgesiedelt, das sich derzeit im Mendelssohn-Haus (s. Links) in der Goldschmidtstraße befindet. Im Jahre 2000 wurde die zwischenzeitlich vernachlässigte Anlage dank einer großzügigen Spende der Allianz-Umweltstiftung und zusätzlicher Mittel der Stadt umgestaltet. Die heutige Gestaltung ist keine historische Reminiszenz. Vielmehr nimmt sie bewusst Bezug auf den freigelegten Pleißemühlgraben im Zuge des Projektes »Neue Ufer« (s. Links). Die Rasenflächen haben die Form von Wellen und sind als Zonen der Ruhe und Entspannung angelegt. Die Brunnenanlage und die Sitzgelegenheiten haben eine moderne Formgebung. In der Anlage findet sich der Gedenkstein für Fritz von Harck.


Stand: 18.01.2006
© Musikviertel e.V. 2006
www.musikviertel.de